2009 - DerD -- Muster fuer Kunden
Üb
Paintball ist die moderne Version des Räuber- und Gendarme-
Spiels. Es wird auch ‘Gotcha’ genannt, dass kommt von ‘I’ve got
you’ d.h. ‘ich hab dich’. Zwei Mannschaften spielen
gegeneinander. Es geht darum, die Fahne der Gegner zu erobern
und zum eigenen Fahnenpunkt zu bringen. Natürlich wird jedes
Team versuchen, dies zu verhindern und den Fahnenräuber zu
markieren. Jeder getroffene Spieler scheidet aus dem Spiel aus,
egal wo er getroffen wurde. Das Spiel ist auch gewonnen, wenn
alle Spieler der gegnerischen Mannschaft markiert wurden. Dies
ist nur eine von vielen Spielversionen. Sie nennt sich ‘Capture the
Flag’ und ist die meistgespielte Variante bei Turnieren in
Deutschland und Europa. Wie bei anderen Sportarten auch, wird
die Einhaltung der Regeln durch Schiedsrichter, Marshalls
genannt, überwacht. Eine Mannschaft besteht meistens aus 5, 7
oder 10 Spielern. Die Spieldauer liegt meist zwischen 10 und 20
Sekunden. Die Mannschaftsstärke und die Spieldauer hängen stark
vom Spielgelände ab. Manche sind in Waldstücken angelegt,
andere auf freiem Gelände mit Gräben und Hügeln und auch mit
Gebäuden. Auch in eigens für das Spiel präparierten Häusern und
Hallen wird gespielt (Indoor-Hallen). Die Felder werden für jeden
sichtbar durch Absperrbänder und zum Schutz der Zuschauer
durch Netze begrenzt.
WER KANN PAINTBALL SPIELEN?
Paintball kann jeder spielen. Es ist ein Teamsport und nichts für
Freizeitrambos. Gefordert ist nicht Kraft und ein durchtrainierter
Körper, sondern Teamwork und taktisches Geschick. Von
amerikanischen und englischen Firmen wird es zur
Mitarbeiterschulung eingesetzt. Auch ist es sehr gut geeignet, um
sich nach einer harten Woche etwas Abwechslung zu verschaffen.
Der Sport darf in Deutschland erst ab dem 18. Lebensjahr
betrieben werden.
IST PAINTBALL GEWALTVERHERRLICHEND ODER
FÖRDERT ES DIE GEWALTBEREITSCHAFT?
Nein, Paintball wird im Gegenteil sogar zum Abbau der
Gewaltbereichtschaft bei gewalttätigen Jugendlichen benutzt.
Dies wird auch durch ein Gutachten untermauert, welches von der
Dipl.-Päd. Linda Steinmetz im Jahr 2000 veröffentlich wurde.
Dieses Gutachten beruht auf umfangreichen Untersuchungen im
Rahmen eines Forschungsprojektes, welches unter Prof. Dr.
Roland Eckert, Lehrstuhl Allgemeine Soziologie, an der
Universität Trier durchgeführt wurde.
WIE IST ES ENTSTANDEN?
Im Jahre 1981 begann es in den USA mit einer Wette unter
Freunden. Das Spiel nannten sie Gotcha, gespielt mit einfachen
Luftdruckpistolen zur Viehmarkierung. Seitdem hat sich einiges
geändert. Gotcha expandierte und wurde zu Paintball, einem
Multimillionen-Dollar-Sport mit professionellen Turnieren quer
durch Europa und Amerika. Mittlerweile spielen zig Millionen
Menschen Paintball in über 60 Ländern der Erde. Anerkannt ist
dieser Sport in Deutschland noch nicht so richtig, da viele einen
rechten Hintergrund vermuten. Aber im Gegenteil, durch das
Spielen mit Spielern aus anderen Ländern kommt es zu vielen
Freundschaften über die Grenzen hinweg. Und seit kurzem gibt es
auch, ähnlich wie die Bundesliga im Fussball, eine Paintball
Bundes- und Regionalliga.
WAS BRAUCHT MAN DAZU?
Laut Versicherungsstatistiken aus den USA und England ist es
eine der derzeit sichersten Sportarten. Damit es dabei bleibt,
benötigt man einige Dinge: Natürlich die Paintballkugeln und den
Markierer, aber auch: Schutzmaske: Deshalb ist das Wichtigste,
was man benötigt, die Schutzmaske. Es muss eine speziell für den
Paintballsport entwickelte Schutzmaske sein, da nur diese die
hohe Energie einer Paintballkugel absorbieren kann. Die Maske
gehört zur Pflichtausstattung. Mit ihr werden vor allen Dingen die
Augen und die Gesichtspartie geschützt. Sie muss auf dem
Spielfeld getragen werden und darf dort nicht abgesetzt werden.
Kleidung: Anziehen kann man eigentlich alles, allerdings sollte es
strapazierfähig sein und gegen ein wenig Farbe nichts haben.
Natürlich gibt es auch spezielle Paintballkleidung. Um dem Sport
das kriegerische Aussehen zu nehmen, ist NO CAMO (von No
Camouflage = keine Tarnbekleidung) auf allen deutschen
Spielfeldern gefordert, sodass hier Tarnbekleidung (z.B
Bundeswehrbekleidung) verpönt ist. Sie ist auch nicht
erforderlich. Schuhe: Die Schuhe sollten leicht und stabil sein.
WAS IST EIN MARKIERER?
Die Paintballkugel wird mit dem Markierer verschossen. Dabei
handelt es sich um eine Schusswaffe, die mit CO2 oder mit
Luftdruck (High Pressure HP) betrieben wird. Es gibt zwei
grundsätzliche Typen von Markierern: Pumps: Diese haben eine
manuelle Nachladevorrichtung. Das heißt, vor jedem Schuss wird
durch das Zurückziehen-und-wieder-nach-vorne-Schieben des
Pumpgriffs der Markierer nachgeladen. (Ähnlich wie bei den
amerikanischen Schrotflinten). Halbautomatische: Diese müssen
nur einmal gespannt werden und dann kann nur durch Betätigen
des Abzuges geschosssen werden. Hier erfolgt das Wiederladen
durch dass Treibmittel. Die Schussgeschwindigkeit beträgt
international 290 bis 300 fps (Fuß pro Sekunde) [ca. 95 bis 100
m/s (Meter pro Sekunde)] und in Deutschland ca. 210 fps (67
m/s). Die Reichweite liegt bei ca. 200m, gespielt wird auf
Entfernungen von 10m bis 30m. Unter 10m sollte nicht auf
Personen geschossen werden. Die Schussgeschwindigkeit wird
mit dem Chrony ermittelt. Der Spieler schießt mit seinem
Markierer einfach knapp über den Chrony, dabei erfassen zwei
Lichtschranken den Ball und ein Display zeigt dann die
Geschwindigkeit des Balls an. Ist er zu schnell, muss der
Markierer nachreguliert werden. Sehr wichtig ist der Barrel Plug,
zu deutsch Laufstopfen, dieser sollte zu jedem Markierer gehören.
Er wird in den Lauf gesteckt und verhindert, dass ein
unabsichtlich gelöster Schuss den Lauf verlassen kann.
WAS IST DAS TREIBMITTEL?
High Pressure (HP), sprich Druckluft, ist heutzutage das bevorzugte
Treibmittel. Der Vorteil dieser Systeme ist die Unabhängigkeit
von der Aussentemperatur und die günstigeren Folgekosten.
Zu erwähnen ist aber, dass die einmaligen Anschaffungskosten
der HP-Systeme höher sind, als die eines CO2-Systems. Heute
verfügen bereits fast alle Spielfeldbetreiber über die Möglichkeit,
HP-Flaschen vor Ort wieder befüllen zu lassen. Ein Regulator auf
der Flasche sorgt für einen konstant bleibenden Ausgangsdruck.
WAS IST EINE PAINTBALLKUGEL?
Das Markieren erfolgt mittels des Paintballs, zu deutsch
Farbkugel, einer Kugel mit dem Kaliber 0.68 (d.h. Durchmesser
17,3 mm). Er besteht aus einer Gelatinehülle die mit
Lebensmittelfarbe gefüllt ist. Dadurch ist der Paintball biologisch
vollständig abbaubar. Trifft der Ball auf ein Hinderniss, so platzt
er auf und hinterläßt einen farbigen Fleck (Splat).
WELCHE RECHTLICHEN BESTIMMUNGEN MUSS MAN
BEACHTEN?
Die Benutzung der Markierer ist nur auf “befriedetem Besitztum”
(mit Genehmigung des Besitzers) gestattet. Dies gilt aber auch
nur dann, wenn sichergestellt ist, dass die Kugeln das Gelände
nicht verlassen können.(z.B. Schutznetz) Und kein unbeteiliger
das Gelände unbeabsichtigt betreten kann (z.B. Zaun). Die
Markierer dürfen nur zugriffssicher, z.B. im verschlossenen
Kofferraum, und nicht schussbereit transportiert werden.
Außerdem dürfen sie nur zwischen zwei Orten transportiert
werden wo das Führen erlaubt ist, z.B. Transport von zu Hause
bis zum Spielfeld, aber kein Besuch im Einkaufsmarkt auf diesem
Weg! Ein Verstoß gegen diese Auflage kann mit empfindlichen
Geldstrafen oder Freiheitsentzug bis zu 5 Jahren geahndet
werden.